Faustball ist eine alte Sportart, und das macht die Datierung nicht einfach. Man ist auf Zeichnungen und Überlieferungen in Schriften angewiesen. Diese sind aber meistens unvollständig und gerade bei Sportarten nicht immer verlässlich. Man geht heute davon aus, dass ein Vorläufer des Faustballs in Italien erfunden wurde, und das schon etwa 300 Jahre von der Geburt Christi. Ein römischer Kaiser, Gordanius, soll in seinen Aufzeichnungen ein Spiel beschrieben haben, bei dem ein Lederball mit den Händen geschlagen wurde. Die Notizen stammen aus dem Jahr 240 v. Chr., und das könnte Faustball zu eine der ältesten Sportarten machen.

Schwerer Ball und Armschutz

Eine nächste Quelle stammt aus dem Jahr 1555, als Antonio Scaino Regeln für ein so genanntes Ballonspiel niederschrieb, das wohl dem heutigen Faustball sehr ähnlich war. Man spielte es auf eigens angelegten Feldern an den Rändern der italienischen Städte, bevor es auch eigens errichtete Stadien gab. Beim Spiel musste man einen Ball mit dem Unterarm schlagen. Da der Ball damals sehr schwer war, musste man einen aus Leder angefertigte Unterarmschutz tragen. Der mit Luft gefüllte Lederball war fast ein Kilogramm schwer. Beim Pallonespiel (das Wort ist italienisch für Ballon) stehen sich die Spieler auf einem Feld gegenüber. Der Aufschläger bringt den Ball in die andere Hälfte, und er muss dort mit den Armen weiter gespielt werden. Eine Mannschaft bestand aus zwei bis vier Spielern. Gezählt wurde wie beim Tennis, das Feld war aber dem heutigen Faustballfeld ähnlich.

Eine prominente Erwähnung fand das Ballonspiel beim deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe, der darüber in seinen Aufzeichnungen der Italienischen Reise berichtete. Er beschrieb ein öffentliches Schauspiel, bei dem vier- bis fünftausend Zuschauer anwesend waren, die begeistert ihre Mannschaften anfeuerten. Gespielt wurde „zwei Stunden vor der Nacht“, was am späten Nachmittag gewesen sein dürfte, wenn die Mittagshitze langsam verschwindet, aber noch genug Tageslicht vorhanden ist. Es gab sogar Ballonspiel-Stadien, von denen heute noch zwei in Italien erhalten sind.